IM ZUGANG AUF DIE FRÖHLICHE WISSENSCHAFT UND DEN ZARATHUSTRA

NIETZSCHE DESTRUKTION

 

 

 

 

 

 

Werfen wir einen Blick in die Nachgelassenen Fragmenten aus dem Frühjahr- Herbst 1881, so zeichnet sich die Vorbereitung der zentralen Texte der FW und des Z ab. In ihnen ist , „neue Praxis“ überschrieben, notierte er sich:

Neu:die Redlichkeit leugnet den Menschen, sie will keine moralische allgemeine Praxis, sie leugnet gemeinsame Ziele. Die Menschheit ist die Machtmenge, umderen Benutzung und Richtung die Einzelnen konkurrieren.

Es ist ein Stück Herrschaft über die Natur: vor allem muss die Natur erkannt, dann gerichtet und benutzt werden. – Mein Ziel wäre wider die Erkenntnis? eine Machtmenge in den Dienst der <Er|kenntniss> stellen?“

 

Man ahnt bereits, dass es die großen Einzelnen sind, welche den Lauf der Geschichte verändern, die Nietzsche als Urbilder der Macht und des Umgangs mit den Menschenmassen als Machtmenge betrachten wird.

 

Da er gleichzeitig in die Tiere und Menschen beherrschenden Triebe als zur Erhaltung der Gattung notwendig einschätzt, hält er Lob oder Tadel der einzelnen Triebe für unwissenschaftlich.18 So stellt sich dem Leser die Frage, ob und wie er den Machttrieb mit diesen Trieben zusammen denken wird. Der Hochschätzung der Triebe entspricht die Herabsetzung der Vernunft zu ihrem Hilfsorgan:

 

Sonderbar: das worauf der Mensch am stolzesten ist, seine Selbstregulierung durch die Vernunft, wird ebenfalls von dem niedrigsten Organism< us> geleistet, und besser uns zuverlässiger! Das Handeln nach Zwecken ist aber tatsächlich nur der allergeringste Teil unserer Selbstregulierung: handelte die Menschheit wirklich nach ihrer Vernunft d.h. nach der Grundlage ihres Meinens und Wissens, so wäre sie längst zugrunde gegangen.

 Die Vernunft ist ein langsam sich entwickelndes Hilfsorgan, was ungeheure Zeiten hindurch glücklicherweise wenig Kraft hat, den Menschen zu bestimmen, es arbeitet im Dienste der organischen Triebe, und emanzipiert sich langsam zur Gleichberechtigung mit ihnen – so dass Vernunft (Meinung und Wissen) mit den Trieben kämpft, als ein eigener neuer Trieb – und spät, ganz spät zum Übergewicht.

 

Damit wird der Unterschied zwischen Natur und Geist aufgehoben und der Mensch als ein von Trieben beherrschtes Lebewesen betrachtet: Der Mensch ist Leib, der auch denkt und insofern eine „Seele“ hat.

 

 

 

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